Was dich der getragene Schmerz jeden Tag kostet
Es gibt diesen einen Moment, den viele Menschen kennen, ohne ihm je einen Namen gegeben zu haben. Jemand sagt etwas zu dir, vielleicht dein Partner, vielleicht ein Mensch bei der Arbeit. Und noch bevor du überhaupt nachdenken kannst, steigt etwas in dir hoch. Ein leises „Nicht schon wieder”. Kaum ist das Gefühl da, reagierst du schärfer, als du eigentlich wolltest, oder du ziehst dich zurück und machst innerlich dicht. Hinterher fragst du dich, warum aus einer kleinen Bemerkung eine solche große Welle geworden ist.
Das ist der getragene Schmerz, der sich meldet.
Woher der getragene Schmerz kommt
Der getragene Schmerz ist eine alte Verletzung, die schon in der frühen Kindheit in dir angelegt wurde. Damals ist etwas geschehen, das für ein kleines Kind einfach zu groß war. Vielleicht wurdest du in der Schule geärgert oder zu Hause nicht wirklich gesehen. Manchmal war es auch ein früher Verlust, den ein Kind noch gar nicht einordnen kann. In diesem Alter hat sich dann etwas sehr Kluges über die Wunde gelegt, ein innerer Schutz, der dich bewahren wollte. Er hat gespürt, dass dein junges Nervensystem das nicht länger aushält. Also hat er die Verteidigung für dich übernommen. Für damals war das ein Geschenk. Dieser Schutz hat dich durch eine Zeit gebracht, in der du dir noch nicht selbst helfen konntest.
Warum er sich heute noch meldet
Das Feine daran ist: Dieser Schutz kennt keine Uhr. Er weiß nicht, dass die Schulzeit längst vorbei ist und die Menschen um dich herum heute ganz andere sind. Also springt er weiter an, sobald etwas dich auch nur entfernt an das Alte erinnert. Ein bestimmter Tonfall genügt schon, oder ein Blick, der so ähnlich aussieht wie damals. In genau diesem Augenblick tauchst nicht mehr du als erwachsener Mensch auf, sondern für einen Moment das Kind von früher, das sich verteidigen muss.
Deshalb kostet der getragene Schmerz so viel Kraft. Er bleibt wach, auch wenn du längst in Sicherheit bist. Manchmal meldet er sich in Mustern, die sich wiederholen, in einem Streit, der sich immer am selben Punkt entzündet. Und er zeigt sich in einer Müdigkeit, die sich mit Schlaf allein nicht erklären lässt.
Wenn der alte Schmerz endlich gesehen werden darf
Und hier liegt das Schöne, das ich in meiner Arbeit immer wieder erleben darf. Dieser alte Teil möchte gar nicht bleiben. Er möchte endlich gesehen werden. In der Bondani-Schattenintegration gehen wir genau zu ihm hin, zu dem kleinen Menschen von damals, der sich so lange allein durchschlagen musste. Wir setzen uns innerlich zu ihm und sagen ihm, dass die alte Gefahr vorüber ist und er sich ab heute erlauben darf, ruhig zu werden.
Dann kommt der Moment, der mich jedes Mal aufs Neue berührt. Du darfst diesem Schutz danken. Er hat dir so lange gedient. Jetzt sagst du ihm sanft, dass du seine Aufgabe von hier an selbst übernimmst, und lässt ihn in Frieden ziehen. In dem Augenblick, in dem das geschieht, wird oft etwas ganz still in einem Menschen. Die Schultern sinken, der Atem wird tiefer. Es fühlt sich an, als würde ein alter Raum zum ersten Mal seit Langem gelüftet.
Vielleicht spürst du beim Lesen, dass auch in dir so ein alter Teil wohnt. Dann sei ganz sanft mit dir. Dieser Schmerz ist ein Zeichen dafür, wie gut du dich einmal selbst geschützt hast, als du noch klein und auf dich allein gestellt warst. Und er darf sich lösen. Sobald du bereit bist, ehrlich hinzuschauen, darf aus dem getragenen Schmerz ein Frieden werden, der ganz dir gehört.
Genau dafür ist meine Arbeit da. Genau davon handeln auch meine Pendelbücher. Sie laden dich ein, der Sprache deiner Seele wieder zu lauschen und endlich zu verstehen, was seit so langer Zeit in dir wirkt.
In Liebe und Verbundenheit,
Nicole
Vielleicht hast du beim Lesen gespürt, dass da etwas in dir ist, das gesehen werden möchte. Dann darfst du wissen, dass du damit nicht alleinbleiben musst.
Wenn du deinem eigenen getragenen Schmerz begegnen möchtest
In meinem 1:1-Coaching schauen wir gemeinsam hin. Ich gehe mit dir zu dem Punkt, an dem dein Schmerz entstanden ist. Und wir finden gemeinsam heraus, was er dir eigentlich sagen möchte, damit du danach ein Stück leichter und klarer weitergehen kannst.
Wenn du dich lieber selbst auf den Weg machen und es Schritt für Schritt für dich verstehen möchtest, dann habe ich zwei Begleiter für dich. In meinem Buch „Wer klaut eigentlich immer meine Energie?“ spürst du auf, wo deine Kraft verloren geht und wie du sie wieder zu dir zurückholst. Und im dritten Band meiner Pendelbuch-Reihe kannst du direkt mit deinem Pendel arbeiten. Dort findest du Pendelkarten zu deinem Bauchhirn und zu den Schmerz- und Triggeranteilen in dir. Du lernst dabei meine Trigger-Methode kennen, mit der du in dem einen entscheidenden Moment innehalten kannst, statt ins alte Muster zu fallen.
Du darfst dort beginnen, wo es sich für dich stimmig anfühlt. Deine Seele kennt den Weg schon. Manchmal braucht sie nur jemanden, der ihr wieder zuhört.